Städtisches Corona-Hilfsprogramm wird erweitert

Die Stadt Ratingen entwickelt ihr Corona-Hilfsprogramm für Kleinbetriebe, Künstler und Vereine weiter. Zum einen wird der Kreis der Berechtigten erweitert. Zum zweiten wird das Antragsverfahren unbürokratischer. Die neuen Antragsformulare sind ab sofort online abrufbar, und zwar hier.

Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im Mai hatte Bürgermeister Klaus Pesch das Hilfsprogramm für kleinere Betriebe, Vereine und Selbständige initiiert, um damit zwei Ziele auf einmal zu erreichen. „Wir retten Existenzen, und gleichzeitig erhalten wir die allgemein und zu Recht hoch geschätzte Ratinger Lebensqualität. Denn das tolle Flair unserer Stadt verdanken wir in erheblichem Maße der bunten Vielfalt an liebenswerten, inhabergeführten Geschäften, Lokalen und Dienstleistern, engagierten Vereinen und kreativen Kulturschaffenden.“

Das Zuschussprogramm, das der Rat der Stadt am 12. Mai beschloss, hat ein Volumen von maximal 6,5 Millionen Euro (davon drei Millionen als zweckgebundene und rückzahlbare Liquiditätsbeihilfe). Bislang wurden mehr als 50 Anträge gestellt. Ein derartiges Hilfsprogramm war indes bislang beispiellos. „Es gab einfach keine Erfahrungswerte“, sagt Stadtkämmerer Martin Gentzsch. „Die Erkenntnisse der drei Monate nach der Einführung haben wir dem Stadtrat dargestellt und im Detail Verbesserungspotenziale aufgezeigt.“ Auf dieser Basis hat der Rat der Stadt die Weiterentwicklung des Hilfsprogramms nun beschlossen.

Dies geschieht auf zwei Ebenen. Erstens sind nun mehr Branchen förderberechtigt. Bisher gehörten zu diesem Kreis inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, Hotels, Gastronomiebetriebe sowie Dienstleister wie Friseure, Kosmetikstudios, Tanzschulen, Reisebüros oder Kinos mit Sitz in Ratingen. Nun kommen folgende Branchen hinzu: Fotostudios mit angeschlossenem Einzelhandel, Catering, sofern mehr als 50 Prozent des Umsatzes durch Ratinger Kunden generiert werden, Hundesalons, Massagestudios, Saunen (ausgenommen sind Dienstleistungen sexueller Art), Salzgrotten, Reinigungs- und Wäschereibetriebe, Veranstalter, sofern mehr als 50 Prozent des Umsatzes durch Ratinger Kunden generiert werden, Taxiunternehmen, private Schulen im Sport-, Kultur- und Kunst-Bereich.

Auch die Zuschussvoraussetzungen werden, basierend auf den bisherigen Erfahrungen, angepasst. So werden Soforthilfezahlungen von Bund und Land bei der Umsatzermittlung nicht mehr berücksichtigt, da etwaige Rückzahlungen vielfach nicht absehbar sind. Es wurde ein Kriterium eingeführt, das starke saisonbedingte Schwankungen berücksichtigt, und auf die Vorlage gewisser Unterlagen bzw. Angaben wird verzichtet.

Die beschlossenen Änderungen gelten rückwirkend. Das bedeutet, dass auch ältere Anträge nach den neuen Fördervoraussetzungen (ggfs. erneut) geprüft werden.